Montag, 3. Februar 2025

Geschichten von Handankern, Möchtegernlöwen und Paraglidern - unsere Zeit in Kapstadt TEIL II

 Ciao Kakao Kapstadt!

Mittlerweile ist unsere Karavane Richtung Krüger Nationalpark weitergezogen, Simba hatte Durscht.

Nein Stopp, wir haben mit Mathilda vor ein paar Tagen den König der Löwen geguckt. Ich soll ausrichten, dass sie nun "Nala" genannt werden möchte. 

Im letzten Update hatten wir berichtet, dass Kapstadt für uns vor allem aufgrund von 4 verschiedenen Dingen besonders ist:


1) Die Menschen

2) Das Essen

3) Die Natur

4) Der digitale Fortschritt des Landes


Die ersten 2 hatten wir schon abgefrühstückt, nun kommen die anderen beiden dran.


3) Die Natur der Region Kapstadt - Wenn Neuseeland und Barcelona ein Kind zeugen

Ja, richtig gelesen, so würden wir ungefähr die Natur der Region zusammenfassen. Unwirklich schöne, grüne Landschaften und Gebirge vermischen sich hier mit einem wunderbaren mediterranen Charme und allerbestem sommerlichen Wetter. 

Jeder hat bereits im Internet oder TV tolle Bilder aus Kapstadt gesehen. Der majestätische Tafelberg, die Klippen des Chapmans Peak, das tolle grüne Hinterland. Glaubt uns, wenn wir sagen, dass wir uns auch nach 2 Wochen in Kapstadt noch nicht satt gesehen haben. Wir haben Dauerschürfwunden am Kinn, weil unser Unterkiefer so regelmäßig in den Südafrikanischen Boden eingerastet ist, aufgrund der unfassbar tollen Ausblicke hier.

Ein paar wenige Bilder wollen wir gerne mit euch teilen:


Boulders Beach

Lions Head


Der Tafelberg von unten

Camps Bay





Muizenberg



Wir hatten ein AirBnB mit Blick Tafelberg und Meer gebucht. Jeden Morgen wurden wir, mit diesem Ausblick von der Sonne geweckt. Auch zum arbeiten schafft Kapstadt eine ganz nette Atmosphäre 😅


Mein Büro in unserer Wohnung

Ausblick von unserem Pool


Abends schauten wir, wie beschrieben, den König der Löwen mit Mathilda. Der Kultfilm meiner und Susans Kindheit - direkt in Afrika schauend, mit Blick von der Couch auf den Tafelberg und die Wolken, die darüberhinweg zogen - kitschiger geht es wohl kaum. Ich hatte zumindest das Gefühl, dass Leben an genau diesem Punkt ein mal durchgespielt zu haben beim Blick rüber zu meinem beiden Damen.

Eine sehr bekannte Mautstraße auf dem Weg von Kapstadt zum Kap der guten Hoffnung ist der Chapmans peak drive. Ihr müsst euch diese Straße so vorstellen, dass man in die abgefahrenste Klippe über dem Atlantik mitten in den Felsen einfach mal so eine Straße reingemeißelt hat. Die Straße schlängelt sich dann an mehreren Buchten entlang der Küste.









Hermann the Paragliding German


Es war am 21.12.2024. Wie immer als herausragender Ehemann, hatte ich mir noch keine Gedanken um das Weihnachtsgeschenk für Susan gemacht. In irgendeinem Youtube-Inluencer Highlightsvideo flog ein Tourist mit einem erfahrenen Paraglider von einem Berg bei Kapstadt quer über die Stadt bis zum Meer.

Das ist gefährlich, das ist aufregend, das ist toll, das ist was für Susan dachte ich mir. Gesagt getan, bei Amazon wurde mit Hochdruck eine Fallschirm-Aufklappkarte bestellt. Happy Wife, Happy Life.

2 Monate vorgespult saßen wir nun auf besagtem Berg, dem Signal Hill. Wir 3 waren am Vormittag eigentlich zum Flug angemeldet doch die Winde waren ungünstig gewesen und der Flug wurde storniert. Wir entschlossen auf den Tafelberg mit einer Seilbahn hochzufahren um dort ein wenig umherzuwandern.

Auf dem Tafelerg-Plateau


                    


Ich bekam eine Nachricht, dass wir es am Nachmittags nochmals versuchen könnten mit dem Fliegen. Der Wind hatte leicht gedreht. Wir fuhren also den Tafelberg hinunter, auf der anderen Talseite auf den Signal Hill wieder hoch. Es war im Prinzip wie eine Toyota-Corolla-Berg-und-Talbahn. Wir parkten am Rand des Absprunghügels - es waren bereits einige andere Profi-Springer und Amateure da. Ich hatte per WhatsApp die Nachricht bekommen, dass wir nach "Hermann" Ausschau halten sollte. Ich fragte einen der Springer, wo eben dieser Mensch sein sollte und er verwies mich an einen ca. 2 Meter großen, etwa 50 jährigen südafrikanischer Berg eines Mannes. Hermann paraglided mit Touristen seit 25 Jahren. Seine Hände hatten die Größe von Gullideckeln. Insgeheim dachte ich mir, er könne bestimmt auch ohne Fallschirm paragliden, in dem er einfach wie eine Ballerina bei der Pirouette die Hände flach über dem Kopf zusammenbringen würde. Hermann würde Susans Absprungpartner werden. Fand ich gut- deutscher Name, solider Typ, los geht´s.

Die Sicherheitsunterweisung war nicht etwa ein 2-stündiger Kurs über Flugkurven und Start und Landung. Nein, als Susan dran war klimperte man ihr in 30 Sekunden das Fluggeschirr an, hakte sie bei Hermann ein. Dieser sagte: "Wenn ich los sage, dann rennst du. Du rennst bist du nicht mehr rennen kannst weil deine Beine in der Luft sind. Selbst dann rennst du noch 2 Schritte weiter". Okay dachte sich Susan - und für die Landung ? Hermann versicherte ihr lächelnd: "Ich werde dich so sanft absetzen wie einen Schmetterling". Flirten kann er, der Hermann - Hoffentlich auch Paragliden.

Wir gaben Susan einen Abschiedskuss - dann saßen Mathilda und ich auf dem Berg und beobachteten Susans Start



Susans Start




Susans Flug



Susan im Flug



Susan hat den Flug, so wie ich mir erhofft habe sehr genossen. Sie war wohl so entspannt während des Flugs, dass Hermann sie gerne als weiblichen Sprunglehrer in Kapstadt gewonnen hätte. Doch Susan ist eben auch eine ziemlich gute Logopädin in Erfurt - Maybe next time, Hermann !


Möchtegernlöwen


An einem unserer letzten Tage waren wir zum Glotzen an der VA Waterfront. Das ist eine sehr teure, Luxusgegend direkt am Meer mit Geschäften, in denen sich die meisten von uns nicht mal ein paar Socken leisten könnten. Eingebettet in die Waterfront sind aber auch ein tolles Aquarium für Kinder, interessante Spielplätze und es gibt viele wirklich viele kleine lokale Handarbeitsbetriebe und Geschäfte. Hinter besagtem Aquarium, aus dem absoluten Nichts entdeckten wir eine Gruppe Seelöwen, die im Hafen lebten und sich auf einer Plattform zum Sonnen ausruhten. Für uns 3 waren das die ersten "frei" lebenden Seelöwen, die wir je gesehen hatten. Sie schwammen wie Synchronschwimmer umher, chillten in alten Traktorreifen oder schrien sich in ihrer seltsamen Stimme gegenseitig an. Mathilda beobachtete das Schauspiel für eine gewisse Zeit und stellte final fest: "Die Seelöwen, die tun ja nur so als wären die Löwen. Die sind ja gar keine echten Löwen". Unser Kind, ein richtiger Fuchs ! 😅





Die Seelöwen an der Waterfront



4) Das Zusammenleben und Technologie in Kapstadt - Digitalisierung weil...weil...weil man es eben will.

Ich gebe zu, der nächste Abschnitt wird etwas "nerdig" wie man Neudeutsch wohl sagen würde.

Ich beschäftige mich beruflich viel mit der Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen und mir ist einiges spannendes in Kapstadt aufgefallen. Zunächst wird es sicher für einige überraschend sein, dass uns in vielen Dingen der Digitalisierung Südafrika überlegen ist. Das Land hat scheinbar einfach von absoluter Armut und Rassentrennung kommend einige Stufen der Entwicklung übersprungen und einen interessanten Mix des Zusammenlebens gefunden. Dabei gab es jedoch weiterhin so viele, teils lustige Imperfektionen, die wir gerne an ein paar Beispielen mit euch teilen wollen.


1) Das dicke Hosentaschen-Syndrom existiert nicht


Kennt ihr das, wenn euer Geldbeutel mal wieder aufgrund des Kleingelds extrem voluminös ist ? Wenn euer Schlüsselbund mal wieder die Größe eines Thüringer Sonntagskloß angenommen hat ? Nach 3 Tagen in Südafrika ist mir aufgefallen, dass ich lediglich ausgestattet durch mein Telefon unterwegs sein kann. Wieso ? Südafrika ist radikal den Weg hin zu "cashless" also Bargeldlos gegangen. Während in Deutschland Schilder stehen mit "keine Kartenzahlung" steht in Kapstadt "No cash accepted".Bargeld ist vollkommen unnötig - selbst das Trinkgeld kann man per Kartenterminal bezahlen. IMMER und ÜBERALL - selbst auf dem Flohmarkt um die Ecke. Die Kreditkarte kann man sich einfach ins Handy laden - das Iphone ist eh immer dabei.

Unser Hotelzimmer in Kapstadt konnte man per Handy-App öffnen. Unser AirBnB betraten wir Gesichtserkennung und unsere Tiefgarage per Fingerabdruck. Moderne Autos werden auch alle per Handy entsperrt. Wenn man es auf die Spitze treibt benötigt man also nicht mal einen Schlüssel.

Ich finde das ist ein riesen Mehrwert wenn die Handtaschen der Damen und die Hosentaschen der Männer signifikant leichter sind. Zudem müssen wir ehrlich sein: Die Kriminalitätsrate ist in Südafrika einfach hoch. Wir sind hier als weiße Touristen inmitten des Beuteschemas. Wir haben uns niemals unsicher gefühlt, wenn man einfache Regeln befolgt. Hier hat es zusätzlich natürlich geholfen nur "bewaffnet" mit dem Handy unterwegs zu sein und nie großartig Schmuck, Geldbeutel oder Autoschlüssel bei sich tragen zu müssen. Den Toyota Corolla hätte aber eh niemand vom Fleck bewegt bekommen. Ich habe weiterhin immer schön fleißig die Hand-Fuß-Bremse angezogen bei jedem Stopp 😅.

2) Gerd Müller und sein digitaler Quesadilla


Wenn wir in Deutschland etwas Digitalisieren wollen, dann oft mit dem Hintergrund, dass wir Geld einsparen wollen. Das ist sicher auch in Südafrika so, jedoch hat man auch den Nutzer an sich mehr im Fokus - vermutlich weil Südafrika so ein extrem diverses Land mit unterschiedlichsten Sprachen, Bildungslevel und Kulturen ist, war eine Vereinfachung von Prozessen des täglichen Lebend nötig.

Jetzt muss man festhalten, dass der Mindestlohn in Südafrika (laut meiner schlechten Internetrecherche) um die 1,50 Euro liegt. Es herrscht also eine große Lücke zwischen arm und reich - Personal ist im Service sehr günstig und dementsprechend auch zahlreich vertreten.  Etwas amüsantes ist mit in der Canal Walk Mall passiert:

Wir 3 waren ein wenig shoppen, unter anderem brauchten wir einen Kindersitz für Mathilda für die Mietwagen und UBER-Fahrten. Wir bekamen Hunger und gingen zum Foodcourt. Susan und Mathilda holten sich etwas mit Hühnchen bei einer Fast-Food-Kette. Ich schlich noch ein wenig umher und erkannte ein mexikanisches Restaurant, welches unter anderem Tacos, Quesadillas und Nachos servierte. Ich war der einzige in der Schlange und studierte das Menu. Jeder von euch kennt das sicherlich, gerade bei US-Fastfood-Ketten: der Bestellprozess ist oft sehr komplex, extrem viele Fragen werden einem gestellt. Man versteht den Anderen oft aufgrund des gegenseitigen Akzents nicht allzu toll- einfach frustrierend.

Ich wollte einen Quesadilla bestellen. Es stand ein junger Mann namens "Trey" hinter dem Tresen. Trey sprach feinstes Ghetto-Südafrkanisch-English - ich verstand fast nix. Neben ihm die "Essensvorbereiterin" und in der Küche dahinter waren noch locker 3-4 andere Mitarbeiter die Zutaten vorbereiteten (Fleisch, Bohnen etc). Der Laden war komplett leer. Mein Kapitalistenherz schmerzte aufgrund der Vielzahl an Personal.

Ich:" Ein Quesadilla bitte, ich bin aber zum ersten mal hier, du musst mir ein bisschen helfen

Trey:"Mach ich - welche Getreidesorte möchtest du" 

Trey drehte ein Tablet vor sich auf einer Halterung um und mein Quesadilla wurde digital zum Leben erweckt. Neben der mexikanischen Teigware mit Käse schwebten 3 verschiedene Getreidesorten, welche ich nun antippen konnte. Eine wahnsinnig tolle, digitale, kundenfreundliche Lösung dachte ich mir.

Ich: "Ach das ist ja cool und idiotensicher" - ich tippte auf Mais als Gundlage des Tortilla

Trey: "Welchen Käse möchtest du" 

Ich: *Ich hatte keine Ahnung und wählte einfach das oberste Stückchen Käse auf dem Tablet aus* - Cheddar

Trey": Welche Gemüsebeilagen möchtest du" 
Peter: *Tippte alle Vorschläge auf dem Display an*

Hinter mir bildete sich nun langsam eine Schlange von 2 weiteren hungrigen Touristen - ich hatte scheinbar eine Bewegung pro mexikanischem Essens geschaffen

Trey:" Welche Art Fleisch möchtest du"
Jetzt wurde es grenzwertig - es schwebte eine Kuh und ein Schwein auf dem Bildschirm + ein Stück jämmerlich guckender Tofu
Peter: "Gib mir Rind bitte"

Trey: "Wie soll es gebraten sein"
Peter: *spielt wie an einer Art Drehscheibe herum bis die Kuh ein großes "Medium" Schuld über dem Kopf hat*

Trey": Möchtest du noch Pommes als Beilage"
Ich wurde langsam ungeduldig und noch hungriger
Peter: "Ja, normale Pommes, mit Ketchup"
Trey: "Gut, das erübrigt meine beiden Folgefragen  - eine letzte Frage hab ich noch: Bist du Mitglied in unserem Sammelprogramm Viva Mexico?
Peter: "Nein, ich will auch kein Mitglied werden, danke"
Trey: "Ok, wie heißt du "
Peter: "Willst du flirten oder was?"
Trey": Nein für die Abholung für die Bestellung"
Peter: "Mach die Bestellung auf Gerd Müller" - ein Name, den ich gerne als Decknamen verwende, weil er so unglaublich deutsch ist 😅 Zudem benötige ich regelmäßig 2 Schaltjahre um den Namen "Kretschmar" zu buchstabieren.

Ich bezahlte - natürlich per Handyapp.

Trey jedoch befolgte scheinbar die Arbeitsanweisungen perfekt und schrie meine Bestellung, für den gesamten Foodcourt zu hören nochmals komplett raus zur Bestätigung:

Ein Quesadilla, Maistortilla, Cheddar, Paprika, Zwiebel, Tomaten, Rindfleisch, Medium, Pommes, normal, Ketchup zum Hier-Essen auf den Namen Gerd Müller.

Trey ratterte die Bestellung in ungelogen 3,5 Sekunden herunter. Ich hatte kein Wort verstanden. Mir war das auch egal, ich nickte zustimmend. Zeig mir doch die fertige Bestellung auf dem Tablet einfach nochmals an du Guacamole-Günther murmelte ich still in mich hinein. Gerd Müller nahm auf der Ersatzbank platz und schaute dem weiteren Geschehen zu.




Die mexikanische Würfelbude - während ich auf meine Bestellung wartete

Jetzt würde man vermuten aufgrund der tollen Bestellung über das Tablet habe die Zubereitung habe bereits begonnen, da die Küche ja bereits digital sehen konnte, was sie zubereiten sollte und auch die "Essenszubereiterin" hätte ja bereits im vollen Schwung sein können.

Doch weit gefehlt. In einem Moment der völligen Verwunderung für mich drehte sich Trey Richtung den Mitarbeitern der Küche um und schrie meine Bestellung nochmals mit 45 Dezibel quer durch die mexikanische Würfelbude
 

QUESADILLA, MAIS, CHEDDAR, KOMPLETT; RIND, MEDIUM, POMMES, KETCHUP, HIER ESSEN FÜR GERD  !!!!

Dem deutschen Touristen, welcher hinter mir in der Schlange stand lief die Sprite bald aus der Nase heraus. Ich musste auch verwundert schmunzeln. Trey war der einzige mit einem Bildschirm in dem Laden... der Rest arbeite... ja eben auf Zuschrei.

Aus der Küche kam lediglich ein bestätigendes "KOMMT SOFORT" zurück. Ich hoffte insgeheim, dass die Küchenjungs ein Kurzzeitgedächtnis wie der durchschnittliche Harvard-Absolvent hatten und verweilte meiner Dinge.

Meine Bestellung nahm Formen an. Die Essenszubereiterin fügte noch die Pommes hinzu - alles schien fertig zu sein. Leider gab es keinen Bildschirm á la McDonalds auf dem man sehen konnte, ob die eigenen Nummer der nahrungstechnischen Glückseeligkeit bereits gezogen worden ist - ich musste also auf den Aufruf von Gerd Müller warten.

Die Dame hinter dem Thresen holte Luft und schrie auch wieder los "

QUESADILLA, MAIS, CHED....

Ich sprang auf, rannte ihr entgegen und sagte "ist gut ist gut, ich bin Gerd Müller, die ganze Südhalbkugel muss nicht wissen, was ich mir jetzt reinhauen werde, hier ist die Quittung."

Ein wenig enttäuscht schaute sie mich an und die anderen Touristen lachten sich ins Fäustchen. Ich hatte mein Essen, ich hatte einen "interessanten" Bestellprozess erlebt. VIVA MEXICO !


3) Digitalisierung, der Helfer des faulen Menschens

Bei unserer letzten kleinen Story laufen wir vermutlich Gefahr von jüngeren Leuten als "Boomer" bezeichnet zu werden. Aber wir haben eine App für uns wiederentdeckt, die wir in dieser Form noch nie genutzt haben:

Es war an einem Sonntagabend. Es war extrem krasser Wind in Kapstadt. So stark, dass wir in der 24. Etage uns nicht mehr auf den Balkon getraut haben. Das Leben in der Stadt kam auch nahezu zum erliegen. Was machen wir jetzt ? Es war der oben beschriebene Abend, an dem wir mit Mathilda König der Löwen schauen wollten. Ein Filmabend muss aber eigentlich auch zelebriert werden. Popcorn, Chips, Snacks, Süßigkeiten, coole Getränke - als Ausnahme gönnen wir uns einfach mal den ganzen ungesunden Müll.

Wie windig war es ? Schaut selbst:



Video von unserem Pool während des Sturms


In den Supermarkt zu gehen war keine Option, es war nahezu Orkan. In unserem AirBnB hatten wir keine Möglichkeit etwas zu kaufen. Es blieb also nur das Online bestellen um 20:30. In Kapstadt machen die meisten Supermärkte an Sonntagen 19 Uhr zu. Was nun ?

Ich erinnerte mich an die "Uber" app, die wir ständig zum Transport genutzt hatten. Diese hat auch eine Funktionalität namens "Uber Eats" - Essenbestellung. Hier fanden wir auch einen kleinen Supermarkt, der scheinbar noch zustellen würde. Ich vermutete astronomische Preise (Orkan, Sonntag, Abend) doch nein, die Preise für Chips, Eis, Popcorn und Getränke waren normale Supermarktpreise. Ok, dann muss doch die Zustellung bis zu uns ins Appartement teuer sein - Nein, inklusive Trinkgeld sollte die reine Zustellung halb durch die Stadt nur 1,50 Euro exklusive Trinkgeld kosten. Gut, dann muss das aber auch ewig dauern - weit gefehlt - geschätzte Ankunftszeit 20 Minuten nach Bestellung.

Wir bestellten, 18 Minuten später stand "Chidibiere" bei uns in der Eingangshalle und wartete auf mich. Ich zog die Adiletten an und fuhr hinunter. Chidibiere hatte die Tüte bereits bei der Rezeption abgestellt und war weitergedüst. Über die App gab ich ihm noch ein großzügiges Trinkgeld inklusive Sturmpauschale. Ich stellte fest, dass scheinbar das gesamte Haus diese Art der Lieferdienste extrem viel nutzt, da ständig an der Rezeption zig solche Tüten rumstanden.

Wir sprachen mit einem im Hochhaus langfristig Wohnenden der uns sagte, dass er seit Jahren nicht mehr in Persona einkaufen geht. Er sucht sich alles online aus und lässt sich liefern. Jetzt stellt euch mal vor ihr könntet das Chaos des Einkaufens am letzten Werktag vor Weihnachten oder nach einem langen Wochenende mit so einer App umgehen ? Folglich nutzten wir in unserer Zeit hier ständig die App, unser Essen kommt immer extrem schnell, günstig und total verlässlich ! In Deutschland gibt es glaube ich auch bereits Regionen in denen große Supermärkte zustellen, bei uns in Erfurt muss man leider die Ware, fertig kommissioniert, dennoch persönlich abholen. Hier können wir uns sicher von Südafrika eine Scheibe abschneiden, auch wenn man natürlich sagen muss, dass ab und zu durch den Supermarkt schlendern auch seinen Charme haben kann.


Kapstadt - Das Fazit

Das war unser Update aus Kapstadt. Wir hatten zugegeben ein wenig Respekt davor, 2 Wochen in einer Stadt mit einem Kleinkind mit genügend Aktivitäten zu füllen. Rückblickend haben wir wohl eher das Gefühl noch länger hätten bleiben können um noch tiefer in das Gewusel in der Region einzutauchen. Das Wetter, die Menschen, die Landschaft und das Essen, alles war traumhaft. Kapstadt, wir werden wiederkommen !

Nach Kapstadt ging es per Flug nach Mpumalanga im Kruger Nationalpark. 





Mathilda und ich im "Office" in der Lounge am Flughafen in Kapstadt kurz vor dem Abflug




Kurz vor der Landung in Mpumalanga




Im nächsten Update werden wir euch berichten, weswegen wir komplettes Naturschutzreservat inklusive Lodge komplett für uns hatten und weswegen ich fast eine Löwin überfahren habe.

Danach, geht es für uns über Johannesburg leider bereits nach Hause. 

Bis bald, Mathilda, Susan und Peter



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